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Entstehung und Anwendung der Sgraffito -Technik im Engadin und Val Müstair

Sgraffito wird aus dem italienischen „ sgraffare“ zu Deutsch kratzen abgeleitet. Nachdem man mit der flachen Kelle den Verputz glattgestrichen hat, werden die Flächen und Streifen die man ornamentieren will < al fresco > das  heisst  solange der Verputz noch im Abbinden begriffen ist mit Kalkmilch  getüncht.

Es kann auch die ganze Hausfassade getüncht werden, die Mauerflächen bieten sich dann für Teppich artige oder aufgelöste Motive an. In den noch weichen getünchten Verputz wird mit einem spitzen Gegenstand aus Eisen oder Holz eine Zeichnung eingeritzt. Ein Teil der weisen Fläche wird flach ausgekratzt und erscheint dann dunkel im Gegensatz zu der nicht ausgekratzten Fläche.

Das Ornament oder die Figur erhält durch diesen Hell-Dunkel Kontrast ihre Form, meist ist der Grund dunkel und die Figur hell, bei Schriften ist vielfach der Grund hell. Das ganze Verfahren muss ausgeführt werden solange der Verputz frisch ist, nach seiner Erhärtung lässt sich nichts mehr ergänzen oder ändern. Zeichnen und Auskratzen müssen also schnell und spontan vor sich gehen, gerade das gibt dem Sgraffito den Reiz des Skizzenhaften.

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